published on
Reflexion ist eines der Buzzwords in der wissenschaftlichen Debatte um Lehrerbildung. Das Problem: Alle reden darüber, aber oft redet man aneinander vorbei. Denn in Sachen Reflexion ist kaum etwas so sicher wie die Erkenntnis: Es gibt sie nicht – die eine allgemeingültige Definition von Reflexion.
Diese Begriffsunschärfe führt zu ganz grundsätzlichen Debatten über die Rolle von Reflexion im Lehramtsstudium und späteren Berufsalltag an der Schule sowie deren Bewertung. Zwar ist man sich unter den Forschenden einig, dass es sich bei Reflexion um eine Schlüsselkompetenz für Lehrkräfte handelt. Doch da hört der Konsens dann auch auf.
Wir möchten in der zweiten Folge unseres Podcasts das Thema ein wenig ordnen, die unterschiedlichen Positionen vorstellen und den praktischen Nutzen von Reflexion diskutieren. Dafür haben wir uns zwei Gäste eingeladen, die sich beruflich mit Reflexion beschäftigen.
Prof. Dr. Claudia von Aufschnaiter vom Institut für Didaktik der Physik an der Justus-Liebig-Universität Gießen ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Leibniz-Institutes für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel und Teil der Steuerungsgruppe der GOL.
Christian Hofmann war bis vor kurzem Leiter des Gießener Studienseminars für Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen. Jetzt ist er bei der Hessischen Lehrkräfteakademie unter anderem für den Bereich Fortbildung zuständig. Außerdem ist er Vorsitzender des Kooperationsrates – einem Zusammenschluss aller im Raum Gießen an der Lehrerbildung beteiligten Institutionen.
Viel Spaß beim Hören!
Alle wichtigen Infos zur Folge:
--> So erreicht ihr uns: gol@zfl.uni-giessen.de
--> weitere Infos zur GOL: www.uni-giessen.de/gol
--> ausgewählte Literaturangeben zur im Podcast zitierten Forschung:
Häcker, T. (2019). Reflexive Professionalisierung. Anmerkungen zu dem ambitionierten Anspruch, die Reflexionskompetenz angehender Lehrkräfte umfassend zu fördern. In M. Degeling, N. Franken, S. Freund, S. Greiten, D. Neuhaus & J. Schellenbach-Zell (Hrsg.), Herausforderung Kohärenz: Praxisphasen in der universitären Lehrerbildung. Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven (S. 81–96). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Häcker, T. (2017). Grundlagen und Implikationen der Forderung nach Förderung von Reflexivität in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. In C. Berndt, T. Häcker & T. Leonhard (Hrsg.), Reflexive Lehrerbildung revisited. Traditionen - Zugänge - Perspektiven (S. 21–45). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Herzog, W. (1995). Reflexive Praktika in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Beiträge zur Lehrerbildung, 13(3), 235-273.
Herzog, W. & Felten, R. v. (2001). Erfahrung und Reflexion. Zur Professionalisierung der Praktikumsausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Beiträge zur Lehrerbildung, 19(1), 17–28.
Leonhard, T., & Abels, S. (2017). Der „reflective practitioner“. Leitfigur oder Kategorienfehler einer reflexiven Lehrerinnen- und Lehrerbildung? In C. Berndt, T. Häcker & T. Leonhard (Hrsg.), Reflexive Lehrerbildung revisited. Traditionen - Zugänge - Perspektiven (S. 46-55). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
Schön, D. A. (Ed.). (1991). The reflective turn: Case studies in and on educational practice. New York: Teachers College Press.
Schön, D. A. (1987). Educating the Reflective Practitioner. Toward a new design for teaching and learning in the professions. San Francisco: Jossey-Bass.
Wildt, J. (2003). Reflexives Lernen in der Lehrerbildung - ein Mehrebenenmodell in hochschuldidaktischer Perspektive. In A. Obolenski & H. Meyer (Hrsg.), Forschendes Lernen. Theorie und Praxis einer professionellen Lehrerbildung. (S. 71-84). Bad Heilbrunn: Klinkardt.
- Genre
- Science