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// Was bedeutet deine Musik für dich? //
Meine Musik bzw. vor allem die Praxis des Auflegens ist für mich vor allem Eskapismus und aktuell das beste Mittel, um kurz zu vergessen, dass der Faschismus nicht nur dreimal geklingelt hat, sondern schon im Hausflur steht. Im Alltag fällt es mir schwer, nicht dauerhaft darüber enttäuscht zu sein, dass ihm so bereitwillig die Tür geöffnet wurde. Aus meiner Musik und den Auftritten, bei denen ich mich mit Menschen, vor allem FLINTA* Personen, verbunden fühle, ziehe ich aber Kraft und Hoffnung für politische Kämpfe und fühle mich meistens sehr empowert. Das liegt aber auch daran, dass ich als Veranstalterin schon lange daran arbeite, safer spaces für FLINTA* und Queers zu schaffen, die genau das ermöglichen.
// Woher nimmst du deine Inspiration? //
Aus der unkommerziellen DIY-Szene. Auch wenn meine Musik dort manchmal etwas aneckt, weil es da häufig etwas langsamer zugeht, fühle ich mich am wohlsten, wenn alle Menschen aus Liebe zur Musik, zum Handwerken und Dekorieren und für ein gemeinsames Erlebnis an einem Strang ziehen. Ich bin selbst durch meine Rolle als Veranstalterin zum Auflegen gekommen, weil ich irgendwann das Bedürfnis hatte, mir und meinen Friends, die hart und ohne jegliche kommerziellen Interessen für ein besonderes Event gearbeitet haben, Unbeschwertheit, Losgelassenheit und Freude zu schenken. Ich glaube auch, dass mein Sound deswegen so happy und euphorisch ist und in genau der richtigen Geschwindigkeit, die die Füße am Ende einer Veranstaltung gerade noch so schaffen.
// Was muss sich deiner Meinung nach an der Szene ändern? //
Meiner Meinung nach sollten Orte der Clubkultur für Alle zugänglich sein – als Besuchende wie auch als Mitgestaltende. Damit meine ich sowohl finanzielle Aspekte, aber auch die Offenheit von Orten für verschiedene Identitäten, sexuelle Orientierungen, Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Fähigkeiten, jeden Alters und jeden Aussehens. Obwohl sich viele Locations und Veranstaltende das auf die Fahne schreiben, fühle ich mich auf manchen Veranstaltungen wie auf einem großen Schulhof, wo Coolness das Wichtigste ist. Allen voran sind dabei – wie früher auch schon – die coolen, beliebten cis Dudes, die im besten Falle „nur“ diskriminierend und gatekeepend sind, im schlechtesten dazu noch übergriffig und gewaltvoll. Ich hab darauf keine Antwort außer Widerstand und zwar gemeinsam!
// Links //
SC: https://soundcloud.com/schepperschwester
Insta: https://www.instagram.com/schepperschwester_dj/
- Genre
- Trance