Podiumsdiskussion "Rassismus & Fremdenfeindlichkeit in der DDR" by Initiative "Pogrom 91" published on 2013-10-09T22:28:33Z Vor 22 Jahren ereignete sich das rassistische Pogrom von Hoyerswerda. Die Initiative „Pogrom 91“ veranstaltete in Erinnerung an die Ereignisse vom Herbst 1991 vor wenigen Tagen eine Podiumsdiskussion in Hoyerswerda mit Dr. Harry Waibel und Angelika Nguyen, die von 50 Zuhörerinnen und Zuhörern besucht wurde. Angelika Nguyen und Harry Waibel diskutierten die Frage „1991 - wie konnte es dazu kommen? Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR.“ Angelika Nguyen, die in der DDR als Tochter einer deutschen Übersetzerin und eines vietnamesischen Arztes geboren wurde, berichtete von ihren Erfahrungen als DDR-Bürgerin, die aufgrund ihres Namens und Aussehens oft Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren hat. Sie schilderte Begegnungen im Alltag in der DDR zwischen offiziellen Solidaritätsbekundungen für das „sozialistische Bruderland“ Vietnam auf der einen Seite und ihren Erlebnissen von Ausgrenzung als „Fremde“ auf der anderen Seite. Harry Waibel erläuterte, dass die DDR, die sich als antifaschistischer Staat verstand, rassistische Vorfälle gegenüber der Öffentlichkeit verschwieg. Nach dem Selbstverständnis der DDR waren Nazis und Rassismus schon dadurch besiegt, dass der Staat als sozialistische Gesellschaft aufgebaut wurde. Dass diese Einschätzung falsch war und für viele Menschen schlimme bis tödliche Konsequenzen hatte, zeigte sich nicht erst mit Hoyerswerda 1991 – wie Harry Waibel erläuterte, gab es auch vor Hoyerswerda rassistische Pogrome auf dem Gebiet der DDR. Mehr Infos unter: http://pogrom91.tumblr.com