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Henk - eldoradio 29.03.2012
Sisterkingkong on March 30, 2012 07:35
Die Luft ist dünn, der Himmel unendlich weit. Eine perfekte Witterung für Sisterkingkong. Angenehm unangestrengt schweben die Songs, wie beim Parabelflug zwischen Horizont und Wolke 7. Ein Gefühl von Schwerelosigkeit breitet sich aus.
Die Musik der fünf Dortmunder steht für unverkrampftes Singer/Songwritertum, ebenso einfach wie schön, mit der richtigen Dosis Pathos.
Schrammel-Gitarren, Glockenspiel, Violine, Theremin sowie Country und Folk sind die Zutaten, lässig vermengt zu einem ganz eigenen Indie-Sound. Über Vergleiche mit Pavement, Yo La Tengo, The Shins, Band Of Horses oder auch Lou Reed macht sich die Band keinen Kopf. Warum auch? Alles ist im Fluss.
Die vielzitierte Melancholie trifft es nicht ganz. Eher ein Gefühl von Fernweh – auch wenn die Band, tief verwurzelt im Dortmunder Hafen, längst ihr Zuhause gefunden hat – entdecken wir in den Texten von Dirk Geisler. Und die Band spielt nicht einfach die Musik dazu, sie lebt diese Gefühle, das Hinfallen und wieder Aufstehen, sich auch auf die dunklen Seiten einzulassen, obwohl man es sich doch im Mittelmaß gemütlich machen könnte.
Das Leben ist bunt und zuweilen grau, aber ganz selten hoffnungslos. Sisterkingkong wissen das. Fast schon klassisch und bittersüß bringt ein Song die Haltung auf den Punkt: »The Glory Is Lost«, singt Dirk fast so monoton wie Bob Dylan zu besten Zeiten. Darunter scheppert die Hi-Hat einen wackeligen Beat und die begleitende Slide-Gitarre gibt dem Zuhörer das Gefühl, dass ein Regenbogen aus unendlich vielen Farben besteht. All is pretty! Oder wie Sisterkingkong singen: »The Best Is Yet To Come«
Das Album »She Sees Wolves« erscheint im Frühjahr 2012 beim Dortmunder Label VierSieben Records, eine Produktion, so warm wie ein Lagerfeuer nach einem langen Fußmarsch. Kein Wunder, mit Produzent und Noise-Papst Guido Lucas (Genepool, Ken, Scumbucket) saß hier ein Spezialist für ungefilterten und vor allem handgemachten Sound an den Reglern. Er riet der Band, die Songs live einzuspielen – was für ein Segen! Denn so kann man sich die Wärme und Intensität, die von Mal zu Mal mehr Besucher zu den Konzerten lockt, zurückholen wann immer man möchte – und das, soviel sei versprochen, möchte man ganz sicher.