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NICHT
Warum es leicht nehmen? Wo es doch so schwer ist? Es war schon immer so, dass Fragen wichtiger waren, als Antworten. Wer heutzutage fragen kann, sucht nach mehr als nur einem
Ziel - „Nicht“ finden den Weg, einen Weg durch melancholische Impulse und hallende Gitarren, durch gebrüllte Parolen und peitschendes Schlagzeug, durch Free-Jazz-Atmosphäre und lebendige Bassläufe. Bei „Nicht“ gelingt die Synergie aus Konzept und Emotion. Das Duo klingt rau und zart zugleich. Sie ecken an, passen in keine Schublade. Wer sich auf diese postdramatische Musik einlässt, wird mitgenommen und bereichert
Es ist ja nicht so, dass man da irgendwie rauskäme. Wir wollten das so, wir wollten das nicht so. Es ist mehr die Frage, als die Aussage und am Anfang wie am Ende steht, archetypischerweise, nur ein Gefühl. Mehr nicht. Die Musik ist das Medium, weil es zweckdienlich ist. Die Stimmung wird ausgepolstert, das Ambiente erfriert unter den alljährlich wiederkehrenden Zweifeln. Und alles, was bleibt, ist das Gefühl. Denn das Gefühl vergeht nicht, man kann es schließlich auch nicht einfangen. Es geht nun darum, sich dieser Enpfindung anzunähern, ohne sie zu zerstören, ohne den kreativen Kanal zu verstopfen. Und dazu brauchen wir Musik. Atmosphäre entsteht durch Musik. Und Tiefe durch Texte. Und Tiefe durch Musik und Atmosphäre durch Texte. Die Ebene ist bereit, geteilt zu werden, um wieder ein Ganzes zu werden. Wir sind nicht die Töne, die wir spielen, wir sind Menschen. Und, da Menschen unfähig sind, sind sie auch nicht imstande, Töne zu werden. Also müssen wir uns welche machen, sie hin-und-her kauen und schließlich verdichtet den Zusammenhang aus ihnen erstellen. Und was herauskommt sind Regentropfen an einer beschlagenen Fensterscheibe, die Worte "Ich Liebe Dich", oder sei´s ein Nagel, der an einer Glasflasche entlangkratzt. Wichtig ist das Gefühl, die Gänsehaut, das Moment. Alles Abscheuliche, alles unfassbar Grausame muss genau hier stattfinden, damit es nicht in der Welt da draußen vorkommen muss. So entsteht eine andere Warnehmung. Vielleicht wird es ja zugelassen.
nicht sind
nikolas darnstädt & robert lüngen
