Sie geht die Straße lang, zwei, drei Blicke, rechts, links,
Dreht sich um und dann gibt es einen Aufruhr.
Männer schreien lauthals Worte ohne Anstand - ihr
Hinterher und sie denkt sich: Meine Güte,
Ihr seid wirklich arm dran, ihr Chauvinisten ohne
Konzept, der Schnurrbart ohne Kontur, das Grinsen
Eine Tortur. Dazu diese Latschen, dieses Hemd,
Mann! Wo bleibt dein Geschmack nur?
Tatsächlich ist es nicht einfach, eine Frau wie sie zu
Verführen, Zigtausende schon haben sich so blamiert
Wie der eine hier, der sich nen Spruch überlegt
Den er mal gelesen hat.
Bevor er seinen Mund aufbekommt, ist die Straßenbahn
Schon da und er pitschnass von der Pfütze, in die ein
Kleines Kind springt. Weil es Spaß macht.
Damit ist für ihn genug.
Sie will grad gehen, ihre Schuhe sind schwarz
Und dann - Zack! Trifft es sie wie der Schlag.
Hey du! hört sie ihn noch sagen.
Pass mal auf jetzt:
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Und jetzt kommts:
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Am nächsten Tag. Sie arbeitet - wo auch
Sonst - auf der Bank. Denn abkassieren ist ihr eine
Freude. Alter Herr, schlank mit Glatze.
Opfer Nummer fünf für heute - wenn er anbeißt.
Guten Tag, mein Herr, kann ich Ihnen weiterhelfen?
Nein danke, sagt er nur. Ein harter Brocken,
Aber gut! Wozu denn sonst hat man...
Wenn nicht...
Sie räkelt sich. Ein Knopf ihrer
Bluse springt auf wie von selbst, zigtausendmal
Hat das schon geklappt. Der kunde ist ja König.
Doch er will nicht. Und da sitzt sie.
Sein blick immer düsterer. Schließlich zückt er
Nen grünen Bleistift. Nimmt sich dann ein Blatt Papier.
Und schreibt seelenruhig. Dann geht er.
Sie traut sich kaum, zu lesen. Tuts dann doch.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Unerhört sowas!
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Der Chauvinismus ist ein Humanismus.
Dabei ist ihre Intention doch äußerst aufrichtig.
Leider wird sie missverstanden, was sie auch tut.
Allein und verzweifelt steht sie am Abgrund ihrer Existenz.
Ein einziger Gedanke fegt in ihrem Kopf herum.
Ein unwiderrufliches Urteil.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde
Und jetzt kommts:
Wenn du nicht son schönes Ding wärst,
Hätte deine Mutter keine Freunde.
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