Hellas in der Krise: Wie kann sich Griechenland in Europa neu
erfinden?
Die Krise, in der sich Griechenland aktuell befindet, offenbart einen
großen Veränderungsbedarf von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
In der Perspektive der europäischen Integration wird das
Land zu tiefgreifenden Modernisierungsreformen gedrängt, um seine
Schuldenkrise zu bewältigen und an wirtschaftlicher Stärke und
internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.
Doch die auferlegte Modernisierungs- und Sparpolitik verschärft
offenbar die wirtschaftliche Krise, viele der Maßnahmen der Regierung
stoßen auf heftigen Widerstand bei beachtlichen Teilen der Gesellschaft
und werden – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven
– als ungerecht empfunden. Das Bild, das Griechenland heute bietet,
besteht aus disparaten und kaum harmonisierbaren Tendenzen.
Wird das Land unter dem Druck der empörten Menschen auf den
Straßen und den Erwartungen seiner Partner in Europa wie seiner
Gläubiger in der ganzen Welt die Kraft aufbringen, die multiplen
Krisen zu meistern und einen selbstbestimmten gesellschaftlichen
Aufbruch schaffen? Wie kann Europa diesen Aufbruch im Interesse
der europäischen Integration unterstützen?
Die heutige Krise in Griechenland ist vor allem ein Bankrott des politischen
Systems. Griechenland ist kein armes Land, es hat Potential.
Nur wurde es bisher sehr schlecht regiert. Das geben inzwischen
auch Mitglieder der politischen Elite zu.
Die Konferenz fragt nach der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen
Verantwortung, nach den akuten Herausforderungen für
die griechische Demokratie und Gesellschaft und nach den Möglichkeiten,
wie aus der Not der Peripherie eine Tugend für ein integriertes
Europa werden kann.