Die israelische und deutsche Sicht auf Staat, Nation, Gewalt.
Ein Vergleich.
In der offiziellen Politik Deutschlands werden die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel immer wieder betont. Mit dem Verweis auf den Holocaust wird die besondere Verantwortung gegenüber Israel hervorgehoben.
Demoskopische Erhebungen zeigen, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung dem nicht mehr zustimmen will. So ist trotz der unveränderten offiziellen Haltung in den letzten Jahren eine wachsende Entfremdung zwischen Israelis und Deutschen zu beobachten. Die Kritik an der israelischen Besatzungspolitik wird schärfer, ebenso das Befremden über innenpolitische und gesellschaftliche Tendenzen, die als Abkehr von der demokratischen politischen Kultur Israels gewertet werden. Insoweit folgt die öffentliche Meinung in Deutschland der israelkritischen Stimmungslage in weiten Teilen Europas.
Auf der anderen Seite wirft Israel Europa außenpolitische Naivität vor, die verhindert, Bedrohungen realistisch einzuschätzen.
Die zentralen Begriffe Staat, Nation, Religion und das Verhältnis zu militärischer Gewalt sind Indikatoren für die unterschiedliche Mentalität der beiden Länder. An ihnen lässt sich verdeutlichen, dass sich die politische Kultur der beiden Gesellschaften auseinanderentwickelt.
Wir wollen mit dieser Konferenz der Frage nachgehen, wie weit Mentalitäten und Denkweisen auf beiden Seiten auseinander driften und welche Ursachen dieser Entfremdungsprozess hat. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir über die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen im
Kontext eines sich rapide verändernden Nahen Ostens.
The set
"Fremde Freunde? Die israelische und deutsche Sicht auf Staat, Nation, Gewalt. Ein Vergleich."
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boellstiftung
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